Narzisstische Mütter suchen sich selbst in ihrem Kind. Solange sie nicht bereit sind zu erkennen und akzeptieren, dass jedes einzelne Wesen nur und ausschließlich es selbst sein kann und niemand anderes, übertragen sie die volle Verantwortung für sich auf das Kind, dessen Existenz naturgemäß zu Beginn seines Lebens von ihr abhängt. Das ist Missbrauch von Schutzbefohlenen.
Was auch immer die Mutter begehrt in ihrem Kind zu finden, überlagert und verdrängt dessen Selbstempfinden (Selbst-Finden). Der Missbrauch bezieht sich auf das gesamte Spektrum sinnlicher Wahrnehmung, Sexualität und Erotik.
Das seit Lebensbeginn erfahrene Unterworfensein an die nächste Bezugsperson führt zu dem (Irr-) Glauben, in einer Beziehung hemmungslos offen, ausgeliefert und willenlos zu sein, sei ein unabwendbares Naturgesetz, Ausdruck und Beweis wahrhaftiger Liebe und Hingabe an die Schöpfung. Dem, der wagt, diesen Glauben anzuzweifeln oder gar als Irrtum darzustellen, wird die Existenzberechtigung aberkannt.
Jeder Mann ist Sohn einer Mutter. Wird er auf welche Weise auch immer gegenüber seinen insbesondere weiblichen Nächsten gewalttätig, bringt er sein eigenes Unterworfensein an die Mutter zum Ausdruck, gegen das er sich nicht anders zur Wehr zu setzen weiß, da ihm nicht gestattet ist, seine eigenen Empfindungen als solche zu erkennen, abzugrenzen und schützen.
Auf dieselbe Weise missbrauchte Töchter richten ihren der Abwehr geltenden Hass gegen ihre eigene Weiblichkeit oder verlängern die Kette des mütterlichen Missbrauchens durch ihre Täterschaft an den ihr anvertrauten bzw. sich unterwerfenden Missbrauchsopfern.
Die Personifizierung göttlicher Reinheit und von der Erbsünde befreiter Mutter von Jesus gleicht einer Märchenfigur, die es in der Realität nicht gibt. Sie versinnbildlicht den Wunsch nach Unbeflecktheit von mütterlichen Projektionen. In Märchen wie Aschenputtel und Schneewittchen wurde die Rolle der ihre Tochter missbrauchenden Mutter durch eine Stiefmutter ersetzt, um die Infragestellung des Glaubens an die grundsätzlich bedingungslose Liebe leibhaftiger Mütterlichkeit zu umgehen.
Gewalt und Abwehr führen in keinem Fall zur Lösung toxischer Abhängigkeit, sondern zur Potenzierung, Chronifizierung und Stärkung sadistischer Lust, welche als einzig und zuverlässig berechenbare Methode erscheint, Herr über die Emotionen aller erreichbaren Lebewesen zu sein, indem sie gezielt provoziert, verletzt, gedemütigt und gestichelt werden.
Jutta Riedel-Henck, aus: Narzissmus geht uns alle an. Die Rehabilitierung des Ego. 20. Januar 2026 – ...
siehe dazu:
aus den autobiographischen Texten von Herbert Henck:
http://www.herbert-henck.de/Autobiographische_Texte/Herz__ich_bitt__Dich/herz__ich_bitt__dich.html#Schaukeln
"Die beruhigende Wirkung von rhythmischen Bewegungen, Klängen und Geräuschen"
aus: Jutta Riedel-Henck, Weinendes Baby – Ratlose Eltern. Wie Sie sich und Ihrem »Schrei-Baby« helfen können. München: Kösel, 1998.
http://archiv.trostreich.de/Themen/Musik/musik.html