Mir werden gerne Steine in den Weg gelegt,
ein Ei mit tausend Dottern nebenher gefegt,
ich kann mich kaum noch retten
vor lauter Steinschlagbetten ...

Die ersten Zeilen eines Liedes aus der Zeit zwischen 1987 und 1990

Mosaik

Für mich hat es nie eine Rolle gespielt, ob jemand sich der experimentellen oder Schlagermusik widmet, die eigentliche Musik spielt im Großen, dem Universum, und wir Erdenbewohner sind ebenfalls Musik, d. h. Schwingung, eine lebendige Komposition.

Somit muss niemand etwas tun, um Musik zu erschaffen oder gar aufzuführen.

Alles ist Musik.

Ich hatte u. a. durch mein Studium der Musikwissenschaft und Begegnungen mit Denkern, Forschern, Philosophen ... Literaten ... die Gelegenheit zu erfahren, dass dort viel und gerne über die größten Themen geschrieben und geredet und doziert wurde und wird, wenn es aber um die Einbeziehung des Selbst geht mitsamt der dazugehörigen nie aufhörenden Reflexion, empfand ich eine große Leere bzw. mich als gegen Mauern wirkend.

Die Menschen bekriegen einander, reiben sich an Äußerlichkeiten und Oberflächen, werfen sich gegenseitig vor, was sie an sich selbst nicht sehen mögen, verirren sich hingabevoll auf ihrer Suche nach dem wahren Sein im Hier und Jetzt – worüber dann gerne Bücher geschrieben und Vorträge gehalten werden.

Ich weiß natürlich, dass ein Mensch, der hasst, ja, von Hass durchfressen ist, mit seinem Verhalten nur etwas ausdrückt, was er selbst ist. Und ich hatte entsprechend viele und innige Gelegenheiten, mich selbst darin zu üben, ungeachtet des Verhaltens anderer meinem Innersten treu zu bleiben und zu mir zu stehen, d. h. meinen wahren Frieden auszubauen, meine Selbst-Komposition durchzusetzen, indem ich sie schlicht und einfach lebte und nach wie vor lebe.

Die Mehrheit der Menschen scheint noch immer zu glauben, es sei möglich, die Schöpfung zu überlisten, d. h. sich ihr zu widmen, um von ihr getragen zu werden, dann einen Ausflug zu unternehmen in „teuflische Gebiete“ und dort mit derselben Energie einen Sieg zu erringen. Das wird nie funktionieren. Manche Menschen scheinen aber unbelehrbar zu sein ... um es immer wieder zu versuchen und sich dabei zunehmend über ihre (schöpfungsgesetzlich verankerten) Misserfolge zu ärgern und in diesem selbst gepflegten Stress entsprechende physische Manifestationen zu erzeugen. Der Kategorien liebende Mensch nennt sie z. B. Krankheiten. Was nur eine neue abgetrennte Nische ist, um sich darin sicher zu wähnen und geschützt vor dem unendlichen Lebensstrom der Schöpfung.

Der Golden Retriever Cappuccino war mein wunderbarer Lehrer.

Ich habe diesen Hund sehr geliebt und ich liebe ihn immer noch. Aber Hunde können nicht – wie wir Menschen – mit Hilfe des bewussten Denkens von negativen Schwingungen Abstand nehmen und diese bewusst umlenken. Sie lassen diese geschehen – und Cappuccino, kurz Cino genannt, war die Liebe „in Person“, er hat nichts dergleichen in negative Taten umgesetzt, sondern alles geschehen lassen. Am Ende durch sich ausgedrückt und dem, was sich in seinem Körper so weit durchgesetzt hat, dass ihm ein Weiterleben so und hier nicht mehr möglich war.

In den letzten Tagen habe ich mit ihm gesprochen und er sagte mir, dass ich ihn nicht mehr brauche (als Lehrer). Und er wollte nicht mehr Hund sein. Er wollte frei sein. Das wollte ich auch. Für mich. Für ihn. Und jetzt ist er frei. Ich vermisse ihn nicht, weil er immer ist und bleibt und vor allem, weil ich jetzt weiß, dass er endlich glücklich ist, frei von diesen krankmachenden Abhängigkeiten in den Fängen von Menschen, die in ihrer selbst geschaffenen Dummheit verharren, um sich darin einsam zu fühlen und immer das zu vermissen, was sie selbst verweigern zu sein: durch sich!

Was ich aber hier erlebte und erlebe, sind Dramen, Versteckspiele und Intrigen, in die ich verwickelt wurde und werde, um mich „an sich zu binden“ bzw. mir mit allen Tricks der Intelligenz eine Rolle aufzustülpen, aus der ich mich befreien muss durch irgendeine Art und Weise des sichtbaren Handelns. Und dies verschafft den Beteiligten Klarheit, die sie ohne mein Handeln nicht gefunden hätten.

Auszüge eines Briefes vom 2. Mai 2018

Jutta Riedel-Henck

 

Cino