Liebe Leser/innen dieser Website,

Herbert Henck ist in der Rolle des Pianisten und Autors unzähliger Schriften eine öffentliche Person, somit stets der Gefahr ausgeliefert, als Projektionsfigur missbraucht zu werden.

Seit Anfang 2018 ist er selbst nicht mehr aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit. Er liest weder im Internet noch in Zeitungen, somit kann er selbst keinen Einfluss nehmen auf das, was andere Menschen in bzw. mit seinem Namen „treiben“.

Ich bin mir dessen absolut bewusst und trage für diese Website sowie die Pflege der Website von Herbert Henck die volle Verantwortung auf dem Hintergrund meiner intuitiven empathischen Wahrnehmung der Empfindungen von Herbert Henck, die auf einer langen gemeinsamen Lebenszeit beruhen, in der er mir vertraute.

Es gab im letzten Jahr heftige Auseinandersetzungen infolge seines Rückzugs, er überließ viele seiner Dokumente freizügig dem Archiv der Akademie der Künste, und ich war davon ausgegangen, dass diese vor der Öffentlichkeit geschützt würden.

Nun finde ich ein solches Dokument (Tonaufnahme) auf der Website von Walter Zimmermann1 veröffentlicht und bin entsetzt:

http://beginner-press.de/herbert-henck

Walter Zimmermann direkt und persönlich darauf aufmerksam zu machen, hatte bislang keinen Erfolg.

http://riedel-henck.herbert-henck.de/index.php/alte-homepage-archiv/25-url-http-musiktheorie-online

Er ignoriert meine Einwände und Bedenken, meine ausführlichen Erklärungen über Zusammenhänge der Psyche des Menschen und die Projektionen in der Öffentlichkeit mit den Folgen, das heißt Rückwirkungen auf den inneren Frieden der im Hier und Jetzt auf Erden verkörperten Seele.

Wer Frieden finden will, und davon gehe ich 100%ig aus, dass Herbert Henck daran gelegen ist (und Walter Zimmermann im Grunde auch?), der findet den Frieden nur, indem er sich fern der Öffentlichkeit auf sich selbst besinnt, in sich geht!

Nicht, indem er auf den Unfrieden, die Brutalität im Außen hinweist, um damit von dem eigenen Unfrieden abzulenken, den inneren Krieg, die eigene innere Krankheit ins Außen zu projizieren, die „Schuld“, d. h. Verantwortung für die eigene Gesundheit abzuschieben.

Der Gefängnispsychiater wird nicht krank, weil er im Gefängnis Psychiater ist, sondern er ist im Gefängnis Psychiater, weil diese Umgebung ihm seine eigene Krankheit widerspiegelt!

Der Komponist, der in der Öffentlichkeit seine „Freundschaft“ mit wem auch immer zelebriert, in diesem Falle mit Herbert Henck (eine Freundschaft, die alles andere als harmonisch und aus dem tiefsten Inneren der Beteiligten vertrauensvoll verlief), drückt damit nur etwas aus, das mit ihm selbst zu tun hat, während Herbert Henck als Projektionsfigur missbraucht wird.

Worin besteht nun das eigentliche Problem?

In dem Gefängnis, das Walter Zimmermann sich selbst geschaffen hat. Es geht hier nicht um Herbert Henck, es geht um Walter Zimmermann.

Ich finde, er sollte dazu stehen und aufhören, seinen eigenen uneingestandenen Krieg auf dem Rücken anderer auszutragen und sich selbst dabei noch als großen engagierten Helfer und Retter der Armen und Verfolgten darzustellen.

Das hier schreibe ich mit bestem Gewissen für die Öffentlichkeit, nachdem ich 1 ½ Jahre lang erfolglos direkt und persönlich an Walter Zimmermann schrieb, dem es offenbar nicht gelingt, sich aus diesem kranken Übertragungs-Gegenübertragungs-Abhängigkeits-Verhältnis zu befreien.

Die Türen seines Gefängnisses stehen offen! Er kann es verlassen. Wie jeder Mensch. Jedes Gefängnis ist selbst geschaffen.

So einfach ist das.

Jutta Riedel-Henck, 29. Oktober 2019

 

Es folgen Zitate von Herbert Henck aus dem E-Mail-Verkehr, den er mir damals zur Kenntnis vorlegte.

Ich habe bewusst nur die allgemein gehaltenen Sätze herausgefiltert, um sie an dieser Stelle zu veröffentlichen. Diese E-Mails habe ich dem Archiv der Akademie der Künste nicht zur Verfügung gestellt aus Rücksichtnahme auf die noch lebenden Beteiligten und der Gabe eines Vertrauensvorschusses in der Hoffnung und Annahme, es gegenwärtig mit einem weiseren, bedachteren und aufrichtigeren gereiften Menschen zu tun zu haben, der aus dem Streit der Vergangenheit gelernt hätte. Herbert Henck dachte durchaus daran, dass sein Schreiben einmal für die Allgemeinheit von Bedeutung sein würde, wenn er darin anmerkte:

»Die Zukunft wird das aufarbeiten und einen Brief wie diesen als Quelle benutzen und fragen, wie konnte es dazu kommen?«

Dies ist nun von meiner (JRH) Seite ein letzter "Warnschuss" (mit der Wasserpistole). Als Mitwissende fühle ich mich dazu verpflichtet. An einem schwachen Rückgrat leide ich nicht.

»Verdrängt wird doch nie aus "böser Absicht", sondern immer mit gutem Gewissen, Hauptsache man kann sich selbst auf die Schultern klopfen. Vergesslichkeit und Verdrängung gehen Hand in Hand, und manus manum lavat. Zur Wahrhaftigkeit gehört schon ein bisschen mehr Rückgrat. Die besten Wünsche von Verdrängern können mir den Buckel runterrutschen.« (E-Mail an Walter Zimmermann vom 12.7.2006)

»[...] wenn die Vergangenheit nicht ins Konzept passt, dann fällt sie der Vergessenheit anheim.
Es geht mir hier nicht darum, in irgendeinem Büchlein, das ohnehin kaum jemand liest, mit einer lobenden Zeile bedacht zu sein wie der Herr [...], den ich zwar nie im Beginner Studio sah, der sich aber doch eine Fussnote des Herrn [...] verdient hat, weil er so häufig im Beginner St. auftrat.
Es geht um Deine höchstpersönliche Vergesslichkeit, die mich wütend macht, um den Sand, den Du Dir selbst in die Augen streust. Es ist Dein Problem, nicht meines. Du reihst Dich hier ein in die Masse der aufgeblasenen Politiker wie [...] und Konsorten, nur weil sie Dir nach dem Maul reden, vor einem mächtigen Cage buckeln und einen Henck in den Arsch treten oder besser noch, weil weniger offensichtlich, vergessen, unter den Tisch fallen lassen, sobald ihr kleines Ego sich nicht gekitzelt fühlt.« (E-Mail an Walter Zimmermann vom 13.7.2006)

 

Es ist keine Hilfe, einem Menschen, der in einer Krise steckt, da er nicht stark genug ist, den narzisstischen Kränkungen mit innerer Haltung und Entfaltung des wahren Selbst zu begegnen, ein öffentliches Forum zu schaffen, eine Sendung zum 70. Geburtstag2 in kürzester Zeit aus dem Boden zu stampfen, diverse alte Kontakte aufzuwärmen und ihm Beliebtheit vorzugaukeln, die nichts anderes sein kann als ein vergängliches Trostpflaster, das die Leidensphase verlängert und Lösungen aufschiebt, wenn nicht gar verhindert. So empfinde ich auch die Veröffentlichung des Fotos vom 15. Mai 2018 als voyeuristischen Übergriff in einer Phase, da sich der "Portraitierte" in einer tiefen Notsituation befand, von der Außenstehende kaum etwas mitbekommen haben (ich aber!!!). Das Foto zeigt nicht Herbert Henck, es zeigt einen Menschen, der mit letzter Kraft seine zarte Seele vor weiteren Übergriffen zu schützen versucht.

Mag mich für überempfindlich halten, wer will, für mich ist das Sensationsjournalismus, der sich schlicht nicht gehört! Der "große" Herbert Henck ... Er wollte nie so sein, wurde aber regelrecht in diese Rolle gezwungen von all jenen, die ihn idealisiert haben; ein Narzisst fällt nicht vom Himmel. Mit Freundschaft hat das nichts zu tun. Es ist Missbrauch.

 

Weiterführende Literatur: http://www.kompost-verlag.de/index.php/lieferbare-titel/buecher/literatur/45-freiheit-frechheit

Siehe auch: Das Spiel ist aus

 


Anmerkung 1: »Zu erwähnen ist nicht zuletzt auch Zimmermanns soziales Engagement für Herbert Henck und die Archivierung seiner Arbeiten in der Akademie der Künste, Berlin.«
(Walter-Wolfgang Sparrer (Hg.): Ursache und Vorwitz. Walter Zimmermann im Gespräch mit Richard Toop. Hofheim: Wolke Verlag, 2019, S. 9.) https://www.wolke-verlag.de/wp-content/uploads/2019/04/walter-zimmermann-ursache.pdf

 

Anmerkung 2: Denken über die Tasten hinaus: Der Pianist und Musikforscher Herbert Henck. Von Werner Klüppelholz. Deutschlandfunk, 31. Juli 2018.

Ich habe die Vorarbeiten für diese Sendung nur am Rande mitverfolgt. Treibende Kraft war Walter Zimmermann, der darin auch zu Wort kommt. Inhaltlich kommen hier überwiegend längst bekannte und auf der Homepage von Herbert Henck veröffentlichte Auszüge seiner biografischen Schriften zur Sprache, aus denen zitiert wurde. Die ganze Sendung wirkt wie eine Pflichterfüllungsmaßnahme. Warten wir also bis zum 80. Geburtstag bis zur nächsten Wiederaufbereitung alter Kamellen für die medial vermittelten "Ego-Kitzel-Einheiten".

 

7. Januar 2020

Über die Suchfunktion von Facebook fand ich das folgende Foto mit Kommentar unter einem Beitrag eines Sängers in dessen Chronik. Walter Zimmermann veröffentlicht dort eine Aufnahme, die er (oder eine andere anwesende Person) bei seinem Besuch von Herbert Henck digital manifestierte, um sie der Öffentlichkeit präsentiert zu haben. Wem soll das dienen? Dem Pflegepersonal? Der Heimleitung? Herbert Henck? Oder Walter Zimmermann?
Objekt dieser Aufnahme ist eindeutig Herbert Henck. Er wird hier in einer intimen Situation fotografiert, er liegt, für jeden leicht zu deuten, im Bett. Seine Hand wird fokussiert. Warum? Weil er "Pianist" ist bzw. war? Definiert man hier einen Menschen, ein beseeltes Wesen, über seinen "Job", über das, was er tat? Seinen "Beruf"? Seine Rolle als (berühmter, d. h. miss-brauchbarer) Macher in der Öffentlichkeit? Als Interpret von irgendwelchen "wichtigen" Kompositionen irgendwelcher (ge-) wichtigen Komponisten?
Herbert hatte immer einen sehr, sehr innigen Wunsch! Er wollte frei sein und nur noch er selbst, d. h. auch und vor allem sich selbst "spielen", "improvisieren", aus dem Jetzt heraus. Er litt zutiefst darunter, die Stücke von Komponisten, die in der Gegenwart lebten und (auf ihn ein-) "wirkten", einzuüben, er kämpfte regelrecht damit, hatte ständig Alpträume, dass er z. B. die Noten vergaß, wenn ein Konzert stattfinden sollte. Er hasste das Reisen! Er war immer froh, wieder zu Hause angekommen zu sein!

Und sie rissen sich darum, die Komponisten, er möge deren Werke spielen, aufführen, festhalten ...

Was, bitte, haben all diese Komponisten jemals begriffen und verstanden?

Was Musik sei?

Die niemand festhalten kann? Wie das Leben auch nicht.

Materialisten! Kampf um Macht, Machbarkeiten, Haben statt Sein und Lassen.

Aber eine große Klappe, ob verschämt weise tuend hinter vorgehaltender Hand oder direkt auftrumpfend.

Herbert schimpfte über sie! Und ich finde: zu Recht!

Mich hat Herbert bei meinem letzten Besuch rausgeschmissen. Das war vor einem Jahr. Und ich habe mich nie wieder hin getraut.

Empfangen werden nun jene, auf die er einst schimpfte. Vielleicht, weil er sich nicht mehr wehren kann?

Was ist das für eine Welt?

Lügen, Lügen, Lügen ...

Schämt euch, Leute!

Im Oktober 2005 erlitt Herbert Henck einen Schlaganfall. Zu dieser Zeit übte er eine Komposition von Walter Zimmermann für eine Aufführung. Ich werde diese Zeit nie vergessen. Das Haus voller negativer, brutal destruktiver Schwingungen.

Ich habe all diese Zusammenhänge inzwischen direkt an Walter Zimmermann gerichtet in Worte gefasst.

Wann endlich wird es so gesehen, wie es war und nach wie vor ist und wirkt? Statt es mit einem weihnachtlichen Blumengesteck und Keksen zu kaschieren und den Komponisten als Wohltäter eines armen abgebrannten Pianisten (Hand-Langers) zu heiligen?

Peitsche und Zuckerbrot ...

So nicht, Leute!

Wenn hier einer der "Kenner" meint, ich würde überreagieren und etwas falsch interpretieren, dann verweise ich auf die pingeligen Konzepte der Komponisten bezüglich ihrer Werke, wo jeder Ton gezielt an einer ganz bestimmten Stelle "sitzt" und dort platziert wird, an all die Schriften, Artikel, Interviews, die von ihnen und über sie verbreitet wurden, die unendlich "klug" erscheinenden Worte aus ihren Federn und Mündern. Warum gelten diese strengen Anforderungen nicht auch und vor allem im Alltag? Im Umgang mit Menschen, den Nächsten, "Freunden"? Im Umgang mit Fotos, Bildern? Worin besteht der Unterschied zwischen Kunstwerk und Leben? Gibt es den? Gäbe es all diese Kunstwerke ohne die Menschen? Nein. Ja, warum steht dann nicht die Menschlichkeit stets an erster Stelle?

Es wurde unendlich viel verpatzt! Statt einfach mal einen Schnitt zu setzen und sich wirklich und wahrhaftig neu zu orientieren, geht es so weiter. Nach dem Pflegeheim folgt das Begräbnis. Ob auf See, einem Friedhof mit Armengrab, im Wald oder in den Wind geblasen. Jahrhunderte später scheint der alte Müll vergessen ... und die Beteiligten existieren nur noch als Heiligenbilder durch jene Hinterlassenschaften, die den Schlaf der Ewiggestrigen nicht stören. Dicke fette Wälzer in den Regalen der Archive und Bibliotheken, die keiner liest. Nachschlagewerke. Zum Anbeten. So war es gestern mit Bach und Co. So ist es heute. Avantgarde? Der wahre Fortschritt beginnt in jedem einzelnen Gedanken. Die Zeit für eine Inventur ist überreif!

http://www.riedel-henck.de/index.php/blog/13-die-aussichtslose-flucht