Der Komponist Moritz Eggert veröffentlichte kürzlich eine „Kolumne“ in der „nmz“, in welcher er sich abfällig über die Komponistin Alma Deutscher, mehr noch ihren Vater Guy Deutscher verbal verausgabt, mit dem Titel „Anleitung zur Erziehung eines Wunderkindes“.

Ich verlinke den Text nicht an dieser Stelle. Eine Zeitschrift, die einen derart niveaulosen und verleumderischen „Journalismus“ fördert, würde ich, wie die BILD, die in Abständen als Werbeausgabe in meinem Briefkasten landet, ungelesen in die Altpapiertonne werfen.

Herr Eggert benutzt die Öffentlichkeit, um seine persönliche Abneigung gegen narzisstische Eltern kund zu tun, Alma Deutscher und ihr Vater Guy Deutscher dienen ihm dabei als Objekt, Figuren seines subjektiven (Psycho-) Dramas, rücksichtslos, frei von jeglicher Empathie für deren Empfindungen poltert er wie ein wahnsinnig gewordener Terrorist auf ihren Seelen herum.

Eggert selbst offenbart in seinem Verhalten eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Es genügt, einen Blick in einige seiner veröffentlichten Videos zu werfen und sich ein Bild von seinem Auftreten zu machen. Alles wird parodiert, insbesondere das Thema „Liebe“. Liebe als fließendes, wahrhaftiges Empfinden auszudrücken in seiner Musik, scheint ihm nicht zu gelingen, mehr noch, er macht aus dieser Verhinderung einen eigenen Stil. Sich „einlullen“ zu lassen, so las ich an anderer Stelle aus seinem Munde, sei nicht im Geiste zeitgenössischer Kunst. Alles Dissonante, Unbequeme würde nur deshalb als hässlich empfunden bzw. bewertet, weil die Menschen nicht tolerant und offen genug seien, es in ihr Leben zu lassen ... bzw. auf die Bühnen der Opern- und Konzerthäuser ...

Warum bewertet Herr Eggert, selbst Vater zweier Kinder, den Begriff „einlullen“ so negativ? Hat er ihnen (und damit gleichfalls sich selbst) keine beruhigenden Schlaflieder vorgesungen, sie nicht getröstet, ihnen sanft zugesprochen, wenn sie unter Ängsten litten, verletzt waren und den Schutz von Vater oder Mutter suchten?

Was treibt einen Menschen an, derart gehässig und hämisch gegen alles Sanfte, Ruhige, Harmonische, Tröstende, Liebevolle, Einlullende (Lullaby), Weibliche, Mütterliche aufzubegehren?

In seinem o. g. Text bringt er den Begriff „bedeutend“ in Zusammenhang mit „Wunderkind“. Bedeutungen haben mit dem Wunder, ein Kind sein zu dürfen, ursprünglich nichts zu tun. Ausnahmslos jeder und jede von uns waren (sind und bleiben) ein Wunderkind, es sei denn, da sind Eltern, die ihrem wunderbaren Kind nicht zugestehen, wundervoll zu sein, sich zu entfalten in ihrer liebevollen Obhut und sie Schritt für Schritt loszulassen, während ihnen der Rückhalt ihrer Familie sicher bleibt für den Fall, dass es einmal Probleme gibt.

Die Bedeutungen werden einem Menschen stets von außen zugedacht und zugeschrieben, wie auch aus den Artikeln von Moritz Eggert herauszulesen ist. Er deutet frei aufgrund seiner rein subjektiven Einstellung, seiner Glaubenssätze und biografischen Erfahrungen in Alma etwas hinein, was mit Alma selbst überhaupt NICHTS zu tun hat.

So ist das mit der Öffentlichkeit, der kleinen und der großen. Wer in dieser wirkt, muss einen starken inneren Halt haben, Selbstvertrauen, Gottvertrauen, verwurzelt sein in der seelischen Heimat, um den sprichwörtlichen Säuen, die sich am Stamm schaben, Halt zu bieten, während diese sich ihres eigenen Drecks zu entledigen suchen.

Jutta Riedel-Henck, 22. Dezember 2019

 

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