Ich bin keine Feministin. Und auch keine Aktivistin gegen Ich-weiß-nicht-Was im Allgemeinen, die bösen Männer, die schlimmen Rechten, die gefährlichen Migranten, McDonalds und Currywurst.

Wenn es irgendwelche Klüngel gibt, ob Hochschulen oder Skatclubs, da sich um eine Erhöhung der Frauenquote bemüht wird zwecks Gleichberechtigung, gehe ich auf Abstand. Nur, weil ich eine Frau bin, möchte ich keine Extrawurst gebraten bekommen auf dem Spielfeld der öffentlich akzeptierten Anerkennungskomödien und -dramen, sei sie nun aus Schweinefleisch oder Sojamett.

Was sich sucht, findet sich.

Als ich meinen für die Facebook-Kommentarfunktion offenbar zu umfangreichen Brief unter dem hier erwähnten Beitrag von Moritz Eggert platzierte, erhielt ich beim Abspeichern eine entsprechende Fehlermeldung. Also versuchte ich es mit einer Zwei-Teilung, um nach Aktualisierung des Browser-Fensters einen neuen Anlauf zu starten. Erst Tage später bemerkte ich, dass dieser Kommentar unter einem anderen Beitrag erschienen war, der auf eine Petition verwies.

Was für ein schöner Fehler. Alma Deutscher, die junge Komponistin, welche vermeintlich den Klauen des Musikmarktes der Instrumentalisierung öffentlichkeitshungriger „Förderer“ zum Opfer fällt, wird zurückgepfiffen, während man(n) hier darum bittet, Ethel Smyth „bei den Planungen von Themen und Jubiläen der Stadt Leipzig als einen gleichberechtigten Schwerpunkt mit einzubeziehen. [...] Sie widersetzte sich bürgerlichen Konventionen und verfolgte konsequent das Ziel, im internationalen Musikbetrieb als Komponistin anerkannt zu werden.“

Anerkennung im internationalen Musikbetrieb.

Ich verrate jenen, die sich noch immer wundern, an dieser Stelle einen einfachen „Trick“, der auf einem alten Gesetz beruht.

Gemäß dem Gesetz der Resonanz hat die Fokussierung eines Widerstandes zur Folge, dass die Energie, welche der Aufmerksamkeit folgt, das Nicht-Vorhandensein des Gewünschten verstärkt. Wer also gegen was auch immer ankämpft, schenkt dem, was ihm nicht schmeckt, Energie.

Wir kennen das alle aus der Politik: Die Linken erhalten ihre Energie durch das Agieren der Rechten – und umgekehrt. D. h. ohne die Linken gäbe es keine Rechten.

Wenn also jemand darunter leidet, zu wenig Aufmerksamkeit zu erhalten, er zugleich jene beneidet, die bereits haben, was ihm selbst fehlt, pflegt er eine Schwingung, die seinem eigenen Wunsch nach Anerkennung (Freundschaft ... Zugewandtheit ...) zuwiderläuft bzw. -schwingt. Er verstärkt also sein Nein, d. h. das Gegenteil von dem, was er sich eigentlich wünscht, die Kehrseite.

Dieses Resonanzgesetz wird wahrscheinlich noch nicht an den Musikhochschulen gelehrt, zumindest folgere ich das aus dem Bild, das sich mir durch öffentliche Berichte über kleine und große Kriege an eben diesen präsentiert.

Was könnten die Menschen sparen an Energien, um sie tatsächlich für das einzusetzen, was sie selbst wollen, d. h. lieben. Aber dafür müssten sie halt wirklich lieben, was sie sich wünschen. Wer Hass sät, wird Hass ernten. Da hilft keine Ausrede. Das Gesetz vollzieht sich immer und ausnahmslos. Und gilt für alle gleichermaßen. D. h. wir alle sind gleichberechtigt. Dafür muss niemand eine Petition starten.

Jutta Riedel-Henck, 19. Dezember 2019

 

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